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Oldtimerrallye

Verschiedene Formate an Oldtimerrallyes

Unter dem Begriff "Oldtimerrallye" verstecken sich verschiedene Formate touristischer und sportlicher Veranstaltungen. Beim Oldtimer-Wandern etwa, wird bei Ausfahrten unter Gleichgesinnten Landschaft, Kultur und Kulinarik der gastgebenden Region erkundet. Kleine Geschicklichkeits-Aufgaben sind von den Teilnehmern in den Wanderpausen zu absolvieren. Origentierungsaufgaben werden dem Team gestellt um der vom Veranstalter ausgearbeiteten Route zu folgen, der Genuss an der Veranstlatung steht aber im Vordergrund. 

Ambitionierter wird es bei sportlichen Veranstaltungen wie bei der ADAC Heidelberg Historic. Das sportliche Ziel einer Oldtimerrallye ist nicht die Geschwindigkeit sondern die  Gleichmäßikgeit. Bei Gleichmäßigkeitsrallyes müssen neben der Orientierung durch die vom Veranstalter erarbeitete Route, die vom Beifahrer anhand von Chinesenzeichen im Bordbuch übernommen wird und als Fahranweisung dem Fahrer angesagt wird, auch Wertungsprüfungen gefahren werden. Anders als bei modernen Bestzeitrallyes geht es bei diesen Wertungsprüfungen nicht darum, in schnellstmöglicher Zeit das Ziel zu erreichen, sondern - vereinfacht erklärt - die im Bordbuch vorgegebene Strecke in exakt der vorgegeben Zeit (bzw. im vorgegebenen Schnitt) zu fahren. Gemessen wird in der Regel mit Lichtschranken und auf 1/100 Sekunde Abweichung. Diese Abweichungen werden mit Strafpunkten belegt und entscheiden am Ende des Tages über die Platzierungen.

Voraussetzungen an Mensch und Material

Ob sportlich oder touristisch: Bei allen Veranstaltungsformaten steht das Fahrzeug im Mittelpunkt. Gefahren wird mit Oldtimern, also Fahrzeugen, die vor mindestens 30 Jahren erstmals in Verkehr genommen wurden und weitestgehend dem Originalzustand entsprechen, in einem guten Erhaltungszustand sind und zur Pflege des kraftfahrzeugtechnischen Kulturgutes dienen. 

Verschiedene Veranstalter - wie beispielsweise auch der ADAC Nordbaden bei der ADAC Heidelberg Historic - geben ein noch älteres Fahrzeugalter als Teilnahmevoraussetzung an. Manche Veranstlatungen richten sich beispielsweise nur an Fahrzeuge aus der Vorkriegsära und andere z.B. nur an sog. Youngtimer - also Autos mit einem Alter zwischen 20 bis 30 Jahren. Dies ist jeweils Sache des Veranstalters und in dessen Ausschreibung zur Veranstaltung festgelegt. 

Bei allen Oldtimerrallyes müssen die teilnehmden Fahrzeuge der StVZO entsprechen, da fast ausschließlich auf öffentlchen Straßen und im öffentlichen Straßenverkehr gefahren wird. 

Anders als es im Motorsport üblich ist, wo Fahrer und Beifahrer eine Lizenz des ASN (franz.: Autorité Sportive Nationale, Träger der nationalen Sporthoheit) benötigen, muss lediglich der Fahrer über einen entsprechenden Führerschein verfügen, der ihn zum Fahren des Fahrzeuges im öffentlichen Straßenverkehr berechtigt. 

Besondere Schutzausrüstung wie Helme oder feuerfeste Kleidung werden nicht benötigt - auch muss das Fahrzeug nicht über zusätzliche Sicherhheitsausstattung wie Überrollbügel, Feuerlöschanlage oder bestimmte Sicherheitsgurte verfügen. 

Mehr zu den Regularien der ADAC Heidelberg Historic gibt es in der Ausschreibung der Veranstaltung. Erklärungen zu den Fachbgegiffen finden Sie in unten stehemden Glossar. 

FIA-Kontrollstellenschilder

Die Aufgabenstellung der sportlichen Oldtimerrallye ähnelt der des Rallyesports. Daher finden die FIA Kontrollstellenschilder Anwendung bei Oldtimerrallyes 

Glossar

Jedes Team erhält bei der Abnahme der Dokumente am Vorabend der ersten Streckenetappe ein Bordbuch. Es enthält die genaue Beschreibung der Strecke mit  Wertungsprüfungen und Kontrollstellen. Die Beschreibungen der Streckenetappen werden mit einfachen Symbolen, den sogenannten „Chinesenzeichen“, im Bordbuch aufgezeichnet. Jeder Abzweig, jede Kreuzung, aber auch jeder Ortseingang wird mit einem Symbol vermerkt. Hierfür vermisst der Fahrtleiter im Vorfeld der Veranstaltung die gesamte Fahrtstrecke mit speziellen Meterzählern (Tripmaster) und vermerkt diese Abstände von Symbol zu Symbol im Bordbuch.

Der Beifahrer lotst den Fahrer, indem er ihm diese Symbole mit den Abstandsangaben und teilweise noch Hilfszusatzangaben während der Fahrt an den entsprechenden Stellen ansagt. Nur so können die Teams die Strecke korrekt befahren. Ein Bordbuch sieht auf den ersten Blick komplizierter aus, als es tatsächlich ist.

Für jede Etappe erhalten die Teams eine separate Bordkarte. Auf ihnen sind die Fahrzeiten zwischen den Durchfahrtskontrollen angegeben, die genau auf die Minute eingehalten werden müssen. Zu späte aber auch zu frühe Ankünfte an der Kontrollstelle werden mit Strafpunkten belegt, was sich dann auf das Gesamtergebnis auswirkt. Am Ende jeder Etappe wird die entsprechende Karte zur Auswertung eingezogen. Für die nächste Etappe zählt eine neue Bordkarte.

Bei den Durchfahrtskontrollen wird überprüft, ob die Teilnehmer die vorgegebene Fahrtstrecke einhalten. Eine Durchfahrtskontrolle ist durch das Schild „Stempel auf rotem Grund“ gekennzeichnet. Die Teilnehmer warten in ihrem Fahrzeug mit einem gewissen Abstand hinter dem roten Stempelschild und ziehen selbstständig zur roten Tafel vor, wenn das vorausfahrende Fahrzeug weitergefahren ist. An der DK übergibt der Beifahrer die Bordkarte an den Sportwart, welcher die Durchfahrt mit einem Eintrag in das dafür vorgesehene Feld bestätigt. Das Auslassen der Durchfahrtskontrolle wird mit Strafsekunden gewertet. DK sind oftmals Publikumsmagnete.

Zeitkontrollen dienen dazu, Streckenabschnitte zu beginnen bzw. abzuschließen. Die Teilnehmer müssen die vorgeschriebenen Zeiten auf die Minute genau einhalten. An den Zeitkontrollen tragen die Sportwarte die Zeit in die Bordkarte des Teams ein. Eingetragen wird die jeweils laufende Minute. Fahrzeug, Fahrer und Beifahrer müssen sich hierzu in der Kontrollzone befinden. Jedes Team muss die jeweilige Zeitkontrolle zu einer vorgegebenen Sollzeit absolvieren. Diese Sollzeit ergibt sich durch Addition der Soll-Fahrzeit für den jeweiligen Abschnitt und der Startzeit zu diesem Abschnitt. Jedes Teilnehmerfahrzeug muss bis zu der Minute, die der Sollzeit vorangeht, vor dem Symbol „Uhr auf gelbem Grund“ warten. Die Besatzung darf dabei die Kontrollzone bereits betreten, nicht jedoch das Fahrzeug. In der Sollminute oder der vorangehenden Minute darf in die Kontrollzone eingefahren werden. Der Zeiteintrag durch den Sportwart erfolgt unmittelbar nach Übergabe der Bordkarte.

Bei einer Wertungsprüfung müssen die Teilnehmer einen bestimmten Streckenabschnitt mit einem vorgeschriebenen Schnitt (km/h) bzw. in vorgegebener Sollzeit fahren. Die Schnitte bei Oldtimer-Veranstaltungen dürfen nie über 50 km/h liegen. Der Start sowie die Erfassung der Durchfahrtszeiten erfolgen grundsätzlich mit Lichtschranken und durch lizensierte Zeitnehmer des ADAC. Die Sollzeiten, die vom Veranstalter vorgegeben werden, müssen von den Teilnehmern auf die 100stel-Sekunde genau eingehalten werden. Abweichungen (+/-) ergeben die Strafpunkte, die zur Bewertung des Teilnehmers zählen. Wer zum Schluss in Addition aller Wertungsprüfungen die geringste Gesamt- Abweichung hat, ist Sieger. Die WP-Streckenabschnitte sind für den öffentlichen Verkehr gesperrt. Grundsätzlich gilt, dass Oldtimer nie auf Schnelligkeit oder Bestzeit fahren, sondern immer auf Gleichmäßigkeit. Daher ist es ein großer Vorteil für die Teams, wenn Fahrer und Beifahrer, der die Bedienung der Stoppuhren übernimmt,
gut aufeinander eingespielt sind.